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Worauf Sie bei gewachsenen Geldanlagen achten sollten

  • 18. Mai
  • 2 Min. Lesezeit


Viele Geldanlagen entstehen nicht an einem Tag.


Ein Fonds aus einem Bankgespräch. Ein ETF aus einem Artikel. Ein Vertrag aus einer früheren Lebensphase. Vielleicht noch eine Police, eine Liquiditätsreserve oder eine Position, die über Jahre einfach weitergelaufen ist.


So entstehen viele Depots und Vermögensstrukturen: nicht geplant als Ganzes, sondern Schritt für Schritt. Bei den meisten Anlegern ist das die Realität und grundsätzlich auch in Ordnung.


Ein Problem gibt es erst dann, wenn niemand mehr prüft, ob die Anlagen heute noch sinnvoll sind.


Hinterfragen Sie alte Entscheidungen


Viele Entscheidungen waren zum Zeitpunkt ihres Abschlusses nachvollziehbar. Damals passten sie vielleicht zu Einkommen, Zielen, Familienstand oder Zeithorizont.

Das Leben bleibt aber nicht stehen.


Ein 38 jähriger Angestellter ohne Kinder entscheidet anders als ein 55 jähriger mit Familie und Blick Richtung Ruhestand. Eine gute Entscheidung von damals kann heute die falsche Rolle spielen.


Stellen Sie sich eine einfache Frage: Würde ich diese Entscheidung heute wieder so treffen? Wenn die Antwort unklar ist, sollten Sie sich diese Geldanlage genauer hinzusehen.


Prüfen Sie Kosten und Verträge


Alte Fonds, Policen oder Bankprodukte haben häufig höhere laufende Kosten, Einschränkungen oder unnötige Bausteine. Viele Anleger schauen in solchen Fällen vor allem auf die bisherige Wertentwicklung.


Eine wichtige Frage lautet aber, ob Kosten und Regeln heute noch sinnvoll sind. So können alte, klassische Fonds oftmals durch fast identische, viel kostengünstigere ETFs ersetzt werden. Ein anderes Beispiel sind private Rentenversicherungen deren Renditen in vielen Fällen zu niedrig sind, was auch durch steuerliche Ansetzung von Vorsorgeaufwendungen oftmals nicht kompensiert werden kann.


Neben den Kosten und Renditen ist es sinnvoll zu prüfen:


  • Wie flexibel ist das Produkt?

  • Welche Einschränkungen gibt es?

  • Welche Aufgabe soll es überhaupt erfüllen?


Prüfen Sie, was zu groß geworden ist


In gewachsenen Depots entsteht Risiko selten durch neue Käufe sondern durch Gewinner.

Eine Position läuft über Jahre sehr gut, wächst und wird irgendwann zu groß. Plötzlich hängen 30 oder 40 Prozent des Depots an wenigen Titeln, einer Branche oder einem bestimmten Marktsegment.


Das wird oft zu spät bemerkt, weil der Weg dorthin angenehm war. Wer über Jahre mit einem Investment gut gefahren ist, neigt dazu, das Risiko dahinter zu unterschätzen.

Fragen Sie sich, wovon Ihr Depotergebnis tatsächlich abhängt. Wie sieht es mit den Gewichtungen der einzelnen Position aus, gibt es Klumpenrisiken und wie spielen die Positionen zusammen?


Beziehen Sie Ihre heutige Lebenssituation ein


Gewachsene Geldanlagen passen oft deshalb nicht mehr, weil sich das Leben drumherum schneller verändert hat als die Anlagestruktur: Einkommen, Fixkosten, Verantwortung, Zeithorizont, Einsatz des Vermögens.


Wenn die Anlagen dafür nicht angepasst werden, arbeiten sie gegen Ihre Realität.

Ein Depot, das für eine lange, ruhige Ansparphase gebaut wurde, kann in einer neuen Lebensphase zu offensiv sein. Eine ehemals sinnvolle Struktur kann heute zu unflexibel oder zu kompliziert sein. Und manchmal ist ein Depot auch zu defensiv für die Zeit, die eigentlich noch zur Verfügung steht.


Es reicht auch nicht ein Depot isoliert zu prüfen, denn ein Depot steht immer in Zusammenhang mit Liquidität, Immobilien, Vorsorge, Versicherungen sowie laufenden und zukünftigen Einnahmen.

Fragen Sie sich also, wie das Depot in Ihre gesamte Vermögensstruktur passt.

 
 
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