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Nicht Ihr Alter entscheidet, wie Sie investieren sollten, sondern wann Sie das Geld brauchen

19. Aug.
2 Min. Lesezeit


Viele Anleger orientieren sich bei ihrer Anlagestrategie am Alter:


Mit 30 mehr Aktien, mit 60 mehr Sicherheit. Diese Faustregel klingt einleuchtend, geht aber am eigentlichen Kern der Frage vorbei. Entscheidend ist nicht, wie alt Sie sind, sondern wann Sie das Geld tatsächlich benötigen.


Zwei 60-Jährige mit unterschiedlichem Zeithorizont sollten unterschiedlich investiert sein, nicht identisch, nur weil im Ausweis dieselbe Zahl steht.


Im Folgenden 3 Zeithorizonte und wie sich die Anlagestrategie jeweils sinnvoll daran ausrichten lässt.


Zeithorizont eins: 0 bis 5 Jahre


Brauchen Sie das Geld innerhalb der nächsten 5 Jahre, gehört es in einen Geldmarktfonds oder aufs Tagesgeldkonto, aktuell irgendwo zwischen 2,5 und 3% Verzinsung, ohne nennenswertes Marktrisiko.

Hier geht es nicht darum, den Aktienmarkt zu schlagen. Es geht darum, die Kaufkraft des Geldes möglichst zu erhalten, ohne unnötige Schwankungen einzugehen. Wer Geld in diesem Zeitraum benötigt, kann sich einen Kursrückgang am Aktienmarkt schlicht nicht leisten, selbst wenn sich dieser langfristig wieder erholen würde.


Zeithorizont zwei: 5 bis 10 Jahre


Brauchen Sie das Geld erst in 5 bis 10 Jahren, hilft eine einfache Formel:


Die Anzahl der Jahre bis Sie das Geld benötigen, multipliziert mit 10, ergibt den ungefähren Aktienanteil in %. Der Rest verbleibt im Geldmarktfonds oder auf dem Tagesgeldkonto.


Brauchen Sie das Geld also bspw. erst in 7 Jahren, dann können 70% in Aktien ETFs angelegt werden.


Für den Aktienanteil bieten sich breite, kostengünstige Indexfonds an, etwa auf den S&P 500 oder den MSCI World Index. Diese bilden die größten Unternehmen Amerikas beziehungsweise der Welt ab und sorgen für eine breite Streuung, ohne dass einzelne Unternehmensrisiken das Ergebnis dominieren.


Zeithorizont drei: 10 Jahre oder mehr


Brauchen Sie das Geld erst in 10 Jahren oder später, kann es zu 100% in Aktien ETFs fließen und dort langfristig liegen bleiben. Kurzfristig bedeutet das mehr Schwankung, historisch aber auch eine höhere Rendite über lange Zeiträume.


Wer einen entsprechend langen Anlagehorizont hat, kann auch stärker wachstums- und technologieorientierte Indexfonds beimischen. Die höhere Schwankungsbreite spielt bei einem Horizont von 10 Jahren oder mehr eine untergeordnete Rolle, da ausreichend Zeit bleibt, um zwischenzeitliche Rückgänge auszusitzen.



Der Zeithorizont zählt, nicht das Alter


Die Praxis, die Anlagestrategie am Lebensalter auszurichten, greift zu kurz.


Zwei Anleger im gleichen Alter können völlig unterschiedliche finanzielle Ziele und Zeithorizonte haben, etwa weil der eine in 3 Jahren ein Haus kaufen möchte, während der andere das Geld für den Ruhestand in 20 Jahren zurücklegt.


Die passende Strategie ergibt sich aus der Frage, wann das Geld gebraucht wird, nicht aus dem Geburtsjahr.

 
 
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