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40.000 Euro in vier KI-Aktien: Was machte der Oktober daraus?

1. Nov.
3 Min. Lesezeit

Letzte Woche haben wir zu spüren bekommen, wie schnell der Markt ins Negative drehen kann. 


Gute Quartalsergebnisse reichen nicht mehr, wenn der Ausblick, den das Management den Investoren und Analysten in Bezug auf die zu erwartende Unternehmensentwicklung gibt, nicht auch perfekt ist. Dann geht der Kurs steil nach unten.


Google hat letzte Woche seine Geschäftsergebnisse vorgelegt. Die Zahlen waren beachtlich, doch den Investoren gefiel nicht, was sie zu hören bekamen. 


Am nächsten Tag fiel die Aktie um 12%, einer der schlechtesten Tage in der Geschichte des Tech-Giganten. Nun liegt der Kurs von Google inzwischen mehr als 30% unter seinem Höchststand.


In diesem Umfeld fällt mir eine Aussage vom Finanzjournalisten und Buchautor Jason Zweig ein:  


„Anleger machen ihre größten Fehler, wenn sie darauf schauen, wie viel sie gewinnen könnten, falls sie recht haben, und vergessen, wie viel sie verlieren könnten, falls sie falsch liegen“.


Die Gewinner und Verlierer im Bereich KI wechseln derzeit in raschem Tempo.



Die Rechnung, die alle gerne anstellen


Seit Jahresbeginn liegt Sandisk 385% im Plus, Micron 210%, Marvell 131% und AMD 136%. 


Wer solche Zahlen liest, rechnet fast automatisch nach, was aus dem eigenen Geld hätte werden können. 


Aus dieser Rechnung entstehen Begehrlichkeiten und die Bereitschaft, mehr Risiko einzugehen, als man bei klarem Kopf akzeptieren würde.


Aus 10.000 Euro im Januar wären bis zum 30. Oktober bei Sandisk 48.480 Euro geworden, bei Micron 31.020 Euro, bei Marvell 23.150 Euro und bei AMD 23.570 Euro. 


Je 10.000 Euro in alle vier Aktien hätten aus 40.000 Euro rund 126.200 Euro gemacht.


Auf Jahressicht sieht das weiterhin hervorragend aus. Was in dieser Rechnung fehlt, ist die Gegenrechnung.



Der Oktober


Die Gegenrechnung hat der Oktober geliefert und sie ist deutlich unangenehmer. 


Sandisk verlor im Oktober 34%, Marvell 26%, Micron 17% und AMD rund 17%, Intel mit 45% sogar mehr als jede andere Aktie im S&P 500. 


Sandisk lag Anfang Oktober noch bei mehr als +613% seit Jahresbeginn, heute sind es +385%. 


Das Jahresplus ist also noch da. Doch wer erst Ende September eingestiegen ist, sitzt auf hohen Verlusten. Und Ende September einzusteigen ist typisch, denn zu spät dran ist man bei solchen Geschichten in aller Regel, weil die Schlagzeilen über Kursgewinne erst erscheinen, wenn der Anstieg schon passiert ist.


Wer Ende September je 10.000 Euro in diese vier Aktien steckte, besaß einen Monat später noch rund 6.610 Euro in Sandisk, 7.430 Euro in Marvell, 8.310 Euro in Micron und 8.270 Euro in AMD, zusammen rund 30.620 Euro. 


Das sind 9.380 Euro oder 23,5% weniger in nur einem Monat.


Der S&P 500 verlor im selben Monat rund 1%.


Verlassen wir die vier Aktien und schauen exemplarisch auf einige andere bekannte Namen, jetzt aber jeweils im Abstand zu ihrem Rekordhoch:

Aktie

Abstand zum Rekordhoch

CoreWeave

-57%

Intel

-54%

Netflix

-50%

Oracle

-60%

Alphabet

-31%

Nvidia

-16%

Meta

-20%

Pepsi

-32%

Nike

-79%


Bei Intel hat das Hoch von 142,35 Dollar vom 22. Juni nur gut vier Monate gehalten. Wer dort am Rekordtag eingestiegen ist, braucht jetzt ein Plus von 116%, um wieder bei null zu stehen.



Der Markt selbst ist in Ordnung


Das Bemerkenswerte an diesen Zahlen ist, dass der Gesamtmarkt davon kaum etwas spürte. 


Der S&P 500 steht 2026 rund 11% im Plus und die durchschnittliche Aktie hat sogar 15% zugelegt. 


Von 503 Aktien liegen 333 im Plus und 108 davon um mindestens 30%. Es gibt aber auch 170 Aktien im Minus, 29 davon um 30% und mehr. Die Spanne der Ergebnisse ist enorm.


Das ist kein Zufall dieses Jahres. 


Der Finanzwissenschaftler Hendrik Bessembinder fand für die USA von 1926 bis 2016, dass die besten 4% aller Unternehmen den gesamten Vermögenszuwachs des Marktes erzeugt haben. 


59,1% aller US-Aktien haben seit 1926 weniger Rendite gebracht als eine risikofreie Geldanlage.


J.P. Morgan zeigte für rund 13.000 Aktien von 1980 bis 2014, dass 40% einen Kursverlust von mindestens 70% vom Hoch erlitten, im Technologiesektor sogar 57%.



Was können Sie mitnehmen?


Wer die richtigen Aktien ausgewählt hat, erlebt ein wunderbares Jahr. Wer in die falschen investierte, erlebt das genaue Gegenteil, obwohl der Markt insgesamt gut lief. 

Viele Anleger mit Einzelaktien sind in diesen Tagen sehr angespannt. Wer aber den Markt über Index-ETFs besitzt, hat von der Unruhe darunter kaum etwas bemerkt.


Ob diese Unruhe bald auf den Gesamtmarkt überspringt und ihn nach unten zieht, weiß niemand. 


Bisher aber steht der Indexanleger gut da.

 
 
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